
Das Wichtigste in Kürze
- Fünf stille Verluststellen sind reine Einstellungen: gemischte Marken-Suchen, fehlende auszuschliessende Keywords (Suchbegriffe, bei denen deine Anzeige nicht erscheinen soll), «Weitgehend passend» ohne Leitplanken, zu weite Standorte, fehlende Messung.
- Der Bericht zu Suchbegriffen zeigt dir, wofür du wirklich investiert hast und welche Begriffe ohne Bezug du ausschliessen solltest.
- In einem von cloudWEB betreuten Konto sank die Investition pro Conversion (pro Anfrage oder Kauf) von knapp CHF 300 auf rund CHF 13.
Google Ads zieht Monat für Monat Geld ab, und die Anfragen bleiben aus? Das Ärgerliche daran: Du investierst jeden Monat und weisst nicht, was zurückkommt. Dabei sollte sich jeder Franken in Google Ads einer Anfrage zuordnen lassen. Bevor du den Kanal abschreibst: Prüfe fünf Einstellungen, die Google Ads Streuverlust verursachen können, also Klicks von Leuten, die nie Kundschaft werden.
Wir wissen, wie es ist, wenn die letzte Agentur enttäuscht hat. Bei cloudWEB in Winterthur betreuen wir als Google-Ads-Agentur und Google Premier Partner (Top 3 % CH) Konten von KMU. Unsere Faustwerte stammen aus über 100 betreuten Konten. Alle fünf Punkte kannst du trotzdem selbst prüfen.
In diesem Artikel bekommst du die fünf Ursachen, jede mit dem Handgriff, der sie stoppt, einen echten Fall aus einem Konto mit Zahlen und einen Plan in drei Schritten. Für die Prüfung brauchst du Zugang zu deinem Konto und etwa 30 Minuten.
In vielen Konten, die wir übernehmen, sehe ich das gleiche Muster: Conversions werden gezählt, aber niemand prüft, welche davon zu Umsatz führen. Die Gebotsstrategie optimiert auf Müll und niemand merkt es, weil die Dashboards trotzdem schön aussehen.
Martina Bernet, Performance & Tracking bei cloudWEB
1. Marken-Suchen und generische Suchen laufen im selben Topf
Wer deinen Firmennamen googelt, kennt dich schon. Wer «marketing agentur winterthur» googelt, vergleicht noch. Beide Klicks zum gleichen Klickpreis (CPC, der Betrag pro Klick) einzukaufen, zieht Geld aus deiner Investition, ohne eine einzige Anfrage mehr zu bringen. Die Marken-Suche hätte dich auch ohne Anzeige gefunden, die generische Suche braucht ein eigenes Gebot und eine eigene Anzeige.
Auf unserer Seite zur Google-Ads-Agentur beschreiben wir das so: Du zahlst «für Marken-Klicks, die du gratis bekommen hättest». Ob sich eine eigene Marken-Kampagne trotzdem lohnt, etwa wenn Mitbewerber auf deinen Namen bieten, erklärt Martina Bernet (Performance & Tracking) im Beitrag Brand-Kampagnen bei Google Ads.
Prüfen: Öffne den Bericht zu Suchbegriffen. Steht dein Firmenname in derselben Kampagne wie die generischen Begriffe? Dann trennen: eine Kampagne für Marke, eine für generische Suchen, je mit eigenem Gebot.
2. Der Bericht zu Suchbegriffen wird nicht gelesen
Der Bericht zu Suchbegriffen zeigt dir laut Google-Ads-Hilfe, welche Suchanfragen deine Anzeigen ausgelöst haben und wie sie abgeschnitten haben. Das ist die ehrliche Liste: Für genau diese Suchen hast du investiert. Nicht für die Keywords (die Suchbegriffe, auf die du bietest), die du eingetragen hast.
Mögliche Funde in dieser Liste: «gratis», «jobs», «lehrstelle», «selber machen», Produkte, die du gar nicht führst. Jeder dieser Klicks ist weg. Auszuschliessende Keywords sind Begriffe, bei denen deine Anzeige nicht ausgeliefert wird, wenn sie in der Suchanfrage vorkommen.

Prüfen: Bericht zu Suchbegriffen öffnen, nach Klicks sortieren, alles ohne Bezug zu deinem Angebot als auszuschliessendes Keyword eintragen. Plane dafür einen festen Termin im Kalender. Wie das Schritt für Schritt geht, steht in unserer Anleitung für auszuschliessende Keywords (PDF).
3. «Weitgehend passend» ohne Leitplanken
Die Keyword-Option steuert, wie genau die Suchanfrage zum Keyword passen muss. Bei «Weitgehend passend» wird deine Anzeige laut Google-Ads-Hilfe auch bei Suchanfragen ausgeliefert, die stärker vom Keyword abweichen. «Genau passend» schränkt die Übereinstimmung ein.
Unsere Haltung dazu hat sich geschärft. In einem früheren Beitrag zu den Keyword-Optionen bei Google Ads schrieb Martina Bernet (Performance & Tracking): «Ich persönlich verwende weitgehend passende Keywords nicht. Da mir sonst der Streuverlust zu gross ist.» Im neueren Beitrag Warum Google Ads plötzlich teurer werden empfiehlt sie, «Weitgehend Passend (Broad) kontrolliert testen, um Reichweite zu gewinnen (mit Leitplanken)», mit einer kleinen Test-Investition.
Leitplanken heisst: auszuschliessende Keywords, eine saubere Conversion-Messung und ein Test, der klar vom Rest getrennt ist. Und Roman (Paid Search) rät im Beitrag zu den Empfehlungen von Google Ads davon ab, Keywords einfach auf Vorschlag von Google auf «Weitgehend passend» umzustellen.
Prüfen: Steht bei deinen teuersten Keywords «Weitgehend passend», ohne auszuschliessende Keywords und ohne Conversion-Messung? Dann abschalten oder in einen kontrollierten Test mit kleiner Test-Investition verschieben.
4. Anzeigen laufen dort und dann, wo keine Kundschaft ist
Die geografische Ausrichtung zeigt deine Anzeigen den Nutzern, die zu den Standorteinstellungen deiner Kampagne passen. Ganze Länder bringen laut Google-Ads-Hilfe mehr Anzeigenpräsenz als einzelne Städte oder Regionen. Für einen Betrieb, der im Umkreis von 40 Kilometern liefert, ist Präsenz in Genf und Lugano eine Investition ohne Ertrag.
Wichtig ist auch die Standortoption. Mit «Präsenz oder Interesse» erreichst du laut Google-Ads-Hilfe nicht nur Leute, die sich in deinen Zielregionen aufhalten, sondern auch solche, die sich nur für diese Regionen interessieren. Mit «Präsenz» erreichst du nur Leute, die sich gerade oder regelmässig dort aufhalten. Dazu kommen die Zeiten: Im Fall weiter unten sorgte ein Werbezeitplaner dafür, dass die Anzeigen dann liefen, wenn die Nachfrage am höchsten ist.
Prüfen: Standorteinstellungen der Kampagne öffnen. Passen Region und Umkreis zu deinem Liefergebiet? Liefert dein Betrieb nur lokal, prüfe, ob «Präsenz» besser passt als «Präsenz oder Interesse». Schliesse Länder und Regionen aus, die du nicht bedienst, und prüfe, ob deine Anzeigen auch zu Zeiten laufen, in denen niemand Anfragen bearbeitet.
5. Es wird nicht gemessen, was ein Klick bringt
Eine Conversion ist eine gewünschte Aktion nach dem Klick: eine Anfrage, ein Anruf, eine Bestellung. Conversions geben dir laut Google-Ads-Hilfe Einblick in die Kampagnenleistung. Ohne Conversion-Messung siehst du Klicks und Klickpreise, aber nicht, welche Suchanfrage eine Anfrage gebracht hat. Auch die automatischen Gebotsstrategien von Google richten sich auf das Ziel aus, das du misst. Fehlt die Messung, bleibt als Ziel nur der Klick.
Genauso gefährlich ist eine falsche Messung. Zählt dein Konto einen Seitenaufruf als Conversion, optimiert Google auf Seitenaufrufe, nicht auf Anfragen. Wie du eine Conversion-Aktion sauber anlegst, zeigt Roman (Paid Search) im Beitrag zum Google-Ads-Conversion-Tracking. Warum Klicks allein kein Erfolg sind, liest du im Beitrag Klicks sind kein Erfolg.
Prüfen: Steht in der Spalte «Conversions» mehr als null? Und zählt sie das, was dir Umsatz bringt (eine Anfrage), nicht nur einen Seitenaufruf?
Google Ads Streuverlust in einem echten Konto: von knapp CHF 300 auf rund CHF 13 pro Conversion
Wie viel diese Hebel ausmachen, zeigt ein Fall aus unserer Arbeit, den wir in der Erfolgsstory Sofortdienst ausführlich beschreiben. Ein Anbieter für technische Sofortdienste im Privatkundenbereich investierte mehrere tausend Franken im Monat in Google Ads, das Konto lieferte aber im Schnitt nur etwa 50 Conversions im Monat. Der Klickpreis lag bei über CHF 5. Die Ursachen: breite Keyword-Sets ohne präzise Ausschlüsse, unspezifisches Geo-Targeting (die Auswahl der Regionen) und keine Zeitsteuerung. Also die Ursachen 2, 3 und 4 aus diesem Artikel.
Die Massnahmen: Das bestehende Setup wurde nicht optimiert, sondern ersetzt. Neu kamen eine Performance-Max-Kampagne mit über 25 neuen Assets (Anzeigenbausteine wie Bilder und Texte) und eine eigene Suchkampagne mit rund 95 genau passenden Keywords und über 30 individuellen Anpassungen der Klickpreise. Dazu Listen mit auszuschliessenden Keywords für irrelevante Begriffe und Regionen, konsequent ausgeschlossene Länder und ein Werbezeitplaner. Das Ergebnis, von November 2025 bis Januar 2026:
- Die Investition pro Conversion sank von knapp CHF 300 im Vorjahr auf rund CHF 13.
- Die Conversions stiegen von durchschnittlich rund 50 auf über 175 pro Monat.
- Der Klickpreis sank von über CHF 5 auf rund CHF 0.75.
- Die monatliche Investition sank von über CHF 8’000 auf unter CHF 2’000.

Das ist ein einzelner Fall mit mehreren Massnahmen gleichzeitig, kein Versprechen für jedes Konto. Er zeigt aber, wie viel an den Stellen hängen kann, die du jetzt selbst prüfst.
Deine Google-Ads-Investition in drei Schritten zurückholen
- Standortbestimmung, 30 Minuten. Bericht zu Suchbegriffen, Keyword-Optionen, Standorte und Conversion-Spalte prüfen. Rechne deinen Streuverlust-Anteil aus: Investition auf Suchanfragen ohne Bezug in den letzten 30 Tagen, geteilt durch die gesamte Investition derselben Kampagnen.
- Aufräumen, zwei bis drei Stunden. Marke und generisch trennen, auszuschliessende Keywords eintragen, Standorte eingrenzen, Conversion-Messung auf echte Anfragen stellen.
- Messen, vier Wochen. Gleiche Investition, Anfragen pro Woche zählen. Erst dann Gebote und Tagesbudget anpassen.
Nach vier Wochen weisst du, welche Suchanfragen dir Anfragen bringen und welche nur Klicks. Deine Investition wird planbar: klare Zahlen pro Monat statt Bauchgefühl. Lässt du es laufen, investierst du weiter in Klicks von Leuten, die Jobs oder Gratisangebote suchen, und dieses Geld fehlt dort, wo es Anfragen bringen würde.
Wird dein Google-Ads-Budget dagegen gar nicht ausgegeben, ist das das umgekehrte Problem mit anderen Ursachen. Sieben Lösungen dafür findest du im Beitrag Google Ads Budget wird nicht ausgeschöpft.
Dein nächster Schritt
Wenn du diese fünf Punkte selbst prüfen kannst, mach es. Dafür brauchst du keine Agentur. Siehst du nach Schritt 1, dass ein grosser Teil der Investition ohne Bezug wegläuft, oder fehlt die Conversion-Messung, lohnt sich eine erfahrene Hand. Bei cloudWEB baut Roman (Paid Search) die Kampagnen-Struktur, und Martina Bernet (Performance & Tracking) setzt die Messung auf.
Lust auf 30 Minuten? Wir schauen deinen Bericht zu Suchbegriffen gemeinsam am Bildschirm an und zeigen dir die zwei, drei Hebel, die in deinem Konto zuerst greifen. Erstgespräch buchen.
Noch nicht bereit für ein Gespräch? Dann starte mit dem Gratis-Check deines Google-Ads-Kontos.
Häufige Fragen zum Google Ads Streuverlust
Warum kommen trotz Google Ads keine Anfragen?
Prüfe zuerst diese fünf Einstellungen: Marken-Suchen und generische Suchen im selben Topf, ein ungelesener Bericht zu Suchbegriffen, «Weitgehend passend» ohne Leitplanken, zu weite Standorte und eine fehlende oder falsche Conversion-Messung.
Wie oft solltest du den Bericht zu Suchbegriffen prüfen?
Regelmässig und nach jeder grösseren Änderung an Keywords oder Kampagnen. Ein fester Termin im Kalender verhindert, dass neue Begriffe ohne Bezug lange unbemerkt Geld ziehen.
Ist «Weitgehend passend» grundsätzlich schlecht?
Nein, aber ohne Leitplanken riskant. Die Anzeige erscheint auch bei Suchen, die stark vom Keyword abweichen. Martina Bernet (Performance & Tracking) empfiehlt, die Option nur kontrolliert und mit kleiner Test-Investition zu testen, mit auszuschliessenden Keywords und sauberer Messung.
Ab welcher Investition lohnt sich Google Ads?
Unter CHF 500 Werbeinvestition pro Monat raten wir ab und empfehlen eher Inhalte für SEO (Suchmaschinenoptimierung). CHF 1’000 bis CHF 5’000 pro Monat ist der klassische Einstiegsbereich für KMU. Das sind unsere Faustwerte aus über 100 betreuten Konten, nachzulesen auf der Seite Google-Ads-Agentur.
Was investierst du, wenn cloudWEB dein Google-Ads-Konto betreut?
Die Betreuung startet bei CHF 300 pro Monat, typisch sind CHF 500 bis CHF 2’500 pro Monat. Dazu kommt eine einmalige Einrichtung ab CHF 900 für einfache Suchanzeigen. Alle Pakete und Einrichtungs-Stufen stehen auf unserer Seite Google-Ads-Agentur.
Wann passt cloudWEB nicht zu dir?
Wenn du die fünf Punkte selbst prüfen und umsetzen kannst, brauchst du uns nicht. Unter CHF 500 Werbeinvestition pro Monat raten wir von Google Ads ab. Und wir konkurrieren nicht über den Preis.






