Kann ich bei ChatGPT Anzeigen schalten? Seit dem 1. September 2026 lautet die Antwort für Schweizer Unternehmen: ja. Wir haben bereits ein Werbekonto für uns und für einige unserer Kunden eröffnet und zeigen dir, wie das in der Praxis abläuft.
Wir hatten den ChatGPT Ads Manager (die Oberfläche, in der Kampagnen aufgesetzt und gesteuert werden) schon vor der Freischaltung offen. Wir sehen jeden Screen, jedes Eingabefeld und jede Einschränkung. Und eine dieser Einschränkungen nennt die Schweiz namentlich, auch nach der Freischaltung.
Dieser Beitrag zeigt dir, was in diesem Konto wirklich drinsteht, wie lange die Verifizierung dauert und an welchen zwei Stellen die verbreiteten Angaben nicht zutreffen. Wenn du wissen willst, wie der Kanal grundsätzlich funktioniert, findest du das auf unserer Seite zu ChatGPT Ads.
In diesem Artikel liest du:
- Was sich mit der Freischaltung ändert
- Kontoeröffnung und Verifizierung: unsere Erfahrung
- Warum du bisher wahrscheinlich noch keine Anzeige gesehen hast
- Die Kampagnenebene: Ziel, Standort, Plattform, Tagesbudget
- Der Hinweis, der die Schweiz namentlich nennt
- Die Anzeigengruppe: Gebote und Kontexthinweise
- Die Anzeige: Zeichenlimits und Bildvorgaben
- Was aus Agentursicht noch fehlt
- Zwei verbreitete Angaben, die nicht zutreffen
- Was ein KMU daraus mitnimmt
Was sich mit der Freischaltung ändert
Bis vor Kurzem war der Ads Manager für Schweizer Unternehmen gesperrt. Massgeblich war der Sitz des Unternehmens, nicht das Zielland der Kampagne. Ein Schweizer KMU kam deshalb nicht durch die Registrierung, selbst wenn es ausschliesslich Schweizer Kundschaft ansprechen wollte. OpenAI hatte den eigenständigen Zugang für dieses Quartal angekündigt und dieses Versprechen gehalten.
Vier Dinge sind dazugekommen, die für die tägliche Arbeit zählen:
- Ein Änderungsverlauf. Damit lässt sich nachvollziehen, wer wann was im Konto geändert hat. Klingt banal, ist aber die Voraussetzung dafür, einen Leistungsabfall im Nachhinein überhaupt erklären zu können.
- Mehrere Konten und eine Nutzerverwaltung. Du kannst mehrere Werbekonten führen, zwischen ihnen wechseln und Personen für mehrere Konten berechtigen. Für eine Agentur ist das die Grundvoraussetzung dafür, Kundenkonten überhaupt sinnvoll zu betreuen.
- Produktfeeds lassen sich einlesen. Für Onlineshops ist das der naheliegendste Einstieg in den Kanal, weil die Produktdaten bereits vorhanden sind und nicht jede Anzeige einzeln gebaut werden muss.
- Messung über Pixel und Conversions API. Beides steht zur Verfügung: das klassische Skript im Browser und die serverseitige Übergabe. Wir empfehlen beide Wege parallel und die Bereinigung der doppelten Messungen.
Was weiterhin nicht geht: eigene Zielgruppenlisten. Dazu weiter unten mehr, denn das ist kein Detail, sondern die halbe Ausspielungslogik.

Die Navigation ist überschaubar und dürfte jedem vertraut vorkommen, der Google Ads oder Meta kennt: Übersicht, Kampagnen, Tools, Abrechnung, Einstellungen. Im Kampagnenbereich gibt es die drei Ebenen Kampagnen, Anzeigengruppen und Anzeigen, dazu einen Datumsbereich, einen Filter und eine Spaltenauswahl. Das Ganze trägt sichtbar den Zusatz «Beta», ist also eine öffentliche Testphase.
Kontoeröffnung und Verifizierung: unsere Erfahrung
Wir haben zwei Konten eröffnet, eines für cloudWEB und eines für eine Kundin. Die Reihenfolge ist dabei nicht beliebig, und wer sie umdreht, verliert Zeit.
Bevor du irgendetwas anderes machst, müssen zwei Dinge im Konto hinterlegt sein: das Logo und die Abrechnung. Solange das fehlt, zeigt das Konto oben einen roten Balken, und es läuft nichts. Kampagnen lassen sich zwar aufbauen, ausgeliefert wird aber nichts.
Die Verifizierung des Unternehmens läuft anschliessend über die UID, also die schweizerische Unternehmens-Identifikationsnummer. Das ist eine erfreulich unbürokratische Lösung, weil die UID öffentlich abrufbar ist und du keine Dokumente hochladen musst.
Wie lange es gedauert hat: In beiden Fällen war die Verifizierung nach ein bis zwei Stunden abgeschlossen. OpenAI nennt dazu nirgends eine Frist, das sind also unsere eigenen Werte aus zwei Konten. Ob das die Regel ist oder ob es bei höherem Andrang länger dauert, wissen wir nicht.
Praktisch heisst das: Wenn du am Morgen Logo und Abrechnung erledigst, kannst du am Nachmittag realistisch starten. Das ist deutlich schneller, als wir erwartet hatten.
Warum du bisher wahrscheinlich noch keine Anzeige gesehen hast
Diese Frage bekommen wir seit dem Start am häufigsten. Die Schlagzeilen sagen, ChatGPT zeige jetzt Werbung. Wer danach die Gratisversion öffnet und ein paar Fragen stellt, sieht in der Regel: nichts.
Das ist kein Fehler auf deiner Seite. Die Ausspielung erfolgt schrittweise, die Anzeigen sind also nicht ab dem ersten Tag bei allen Nutzerinnen und Nutzern zu sehen. Dazu kommen drei weitere Gründe, warum bei dir nichts erscheint:
- Du nutzt Plus, Pro, Business, Enterprise oder Edu. Diese Tarife bleiben werbefrei.
- Du fragst in einem temporären Chat. Dort wird nichts ausgespielt.
- Dein Thema fällt in einen sensiblen Bereich wie Gesundheit oder Politik. Dort bleibt es werbefrei.
Ehrlich gesagt: Wir haben selbst noch keine Anzeige zu Gesicht bekommen. Das ändert nichts daran, dass der Kanal offen ist, aber es relativiert jede Aussage über Reichweite, die dir jemand heute vorrechnet. Wer jetzt startet, startet in einem Umfeld ohne Vergleichswerte.
Die Kampagnenebene: Ziel, Standort, Plattform, Tagesbudget
Der Aufbau läuft über drei Schritte: Kampagne erstellen, Anzeigengruppe und Anzeigen erstellen, überprüfen. Eine Kampagne kann mehrere Anzeigengruppen enthalten, eine Anzeigengruppe mehrere Anzeigen. Die Struktur ist also dieselbe wie bei Google Ads.

Drei Ziele stehen zur Auswahl
Reichweite, Klicks und Conversions. Wählst du Conversions, musst du vorher ein Conversion-Tracking (die Messung von Anfragen und Käufen auf deiner Website) eingerichtet haben, sonst hat die Optimierung nichts, worauf sie hinarbeiten kann. Das ist derselbe Grundsatz wie bei Google, und es ist der Punkt, an dem in unserer Erfahrung die meisten Konten scheitern.
Dafür stehen zwei Wege offen: der Pixel, also ein Skript auf deiner Website, und die Conversions API, bei der die Daten serverseitig übergeben werden. Wer bereits mit Server-Side-Tracking arbeitet, hängt ChatGPT ohne Umweg in das bestehende Setup. Wir empfehlen beide Wege parallel und bereinigen anschliessend die doppelten Messungen.
Die Schweiz lässt sich bis auf Kantonsebene ansteuern
Das hatte uns schon vor der Freischaltung überrascht. Tippt man «switzerland» in das Standortfeld, schlägt das System nicht nur das Land vor, sondern die einzelnen Kantone als Regionen: Uri, Zug, Jura, Vaud, Bern, Aargau und so weiter.

Rückblickend war das ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Freischaltung nicht mehr weit weg sein konnte. Kantone hinterlegt, Oberfläche auf Deutsch, es fehlte nur noch die Öffnung.
Ebenfalls vorhanden, und in vielen Übersichten schlicht nicht erwähnt: Standort-Ausschlüsse. Du kannst Regionen ausdrücklich ausnehmen. Der Hinweistext dazu ist eindeutig formuliert: Wer an einem ausgeschlossenen Standort ist, sieht die Kampagne nicht, selbst wenn er die Kriterien für einen eingeschlossenen Standort erfüllt.
Plattformen lassen sich einzeln abwählen
Unter «Geeignete Plattformen» stehen drei Optionen zur Auswahl, standardmässig alle aktiv: iOS-App, Android-App und Web. Wer also aus gutem Grund keine mobile Ausspielung will, kann das steuern. Ein Detail, das in keiner der Hilfeseiten auftaucht.

Beim Tagesbudget gilt dieselbe Logik wie bei Google
Eingestellt wird ein Tagesbudget in der Landeswährung. Der Hinweistext darunter ist deutlich: Das ist ein Durchschnittswert. Bei 100 Dollar pro Tag kann OpenAI an einem einzelnen Tag bis zu 200 Dollar ausgeben, über sieben Tage aber höchstens 700 Dollar.
Wer Google Ads kennt, kennt dieses Modell. Wer es nicht kennt, erlebt sonst am Monatsanfang eine Überraschung.
Der Hinweis, der die Schweiz namentlich nennt
Sobald wir die Schweiz als Zielregion gesetzt hatten, erschien im Formular ein grauer Kasten. Er ist die wichtigste Erkenntnis dieses ganzen Tests, und er gilt auch nach der Freischaltung unverändert.
Benutzerdefinierte Zielgruppen werden für Kampagnen mit Zielregionen im EWR oder in der Schweiz nicht unterstützt, da dort noch keine personalisierten Anzeigen verfügbar sind.
Das ist nicht mehr eine Fussnote in einer Hilfeseite. Das Produkt selbst weist dich darauf hin, sobald du die Schweiz auswählst.
Was das konkret bedeutet: Ohne personalisierte Anzeigen fliessen weder vergangene Gespräche noch das Memory noch deine bisherige Anzeigen-Historie in die Auswahl ein. Übrig bleiben der aktuelle Gesprächsverlauf sowie Basisangaben wie ungefähre Region und Sprache.
In der Schweiz ist ChatGPT Ads damit näher an klassischer Kontextwerbung als an einem Kanal, den du über Zielgruppendaten steuerst. Alles, was in amerikanischen Fallstudien über Zielgruppenaufbau, eigene Listen und Wiederansprache steht, gilt hier so nicht. Nicht später vielleicht, sondern heute nicht.
Wer also hier eine Kampagne plant und dabei mit eigenen Zielgruppenlisten rechnet, plant an der Realität vorbei. Die Freischaltung des Kontos ändert daran nichts.
Die Anzeigengruppe: Gebote und Kontexthinweise

Zwei Gebotsstrategien
Beim Ziel «Klicks» stehen genau zwei Optionen zur Verfügung. «Ergebnisse maximieren» passt das Gebot automatisch an, um mit deiner Investition möglichst viele Ergebnisse zu erzielen. «Manuell: Max. CPC» (Cost per Click, also dein Maximalgebot pro Klick) überlässt dir die Kontrolle.
Automatische Parameter an der Ziel-URL gibt es bereits
Unter «Abfrageparameter der Landingpage» kannst du Parameter automatisch anhängen lassen. Als Vorlagenwerte stehen zur Verfügung: campaign_id, ad_group_id, ad_id, ad_account_id und oppref. Wer aus Google Ads kommt, kennt das Prinzip als ValueTrack.
Für unsere Arbeit ist das der praktischste Fund des Tests. Damit lässt sich der Kanal von Tag eins an sauber in GA4 auswerten, ohne auf die Berichte der Plattform angewiesen zu sein. Wer heute schon eine einheitliche UTM-Systematik (die Kennzeichnung von Links, damit die Herkunft im Bericht sichtbar bleibt) pflegt, hat hier einen Startvorteil.
Kontexthinweise: das Feld, das Keywords ersetzt
Hier wird es interessant, denn dieses Feld ersetzt alles, was du über Keywords weisst. Der Hilfetext direkt im Formular lautet:
Beschreibe die Gespräche, Themen oder Keywords, bei denen deine Produkte oder Dienstleistungen relevant sein könnten. Diese Hinweise helfen bei der Zuordnung von Anzeigen, sind jedoch keine Targeting-Regeln für exakte Übereinstimmungen.
Drei Dinge fallen auf. Erstens ist das Feld als optional gekennzeichnet. Du kannst eine Kampagne also ganz ohne thematische Eingrenzung starten. Zweitens ist es ein freies Textfeld, kein Keyword-Editor mit Übereinstimmungstypen. Wir haben zum Test «SEO Agentur, Google Ads Agentur, GEO Agentur, Unternehmenserfolg steigern» eingetragen, aber ebenso gut liesse sich ein ganzer Satz formulieren. Drittens gibt es einen Button, der dir Vorschläge generieren lässt.
Und der entscheidende Satz steht am Ende: keine Regeln für exakte Übereinstimmungen. Es gibt keine Garantie, dass deine Anzeige in einem bestimmten Gespräch erscheint. Wer gewohnt ist, über exakte Keywords zu steuern, gibt diese Kontrolle hier vollständig ab.
Die Anzeige: Zeichenlimits und Bildvorgaben

Eine Anzeige besteht aus vier Bestandteilen: Ziel-URL, Titel, Beschreibung und Bild. Dazu kommen automatisch dein Firmenname und dein Favicon. Keine Sitelinks, keine Erweiterungen, kein Video.
- Titel: maximal 50 Zeichen. Interessant ist die Warnung: Bereits bei 35 Zeichen meldet das System, der Anzeigentext werde in einigen Platzierungen möglicherweise abgeschnitten. Wir würden uns deshalb an rund 35 Zeichen orientieren, nicht am formalen Limit.
- Beschreibung: maximal 100 Zeichen.
- Bild: PNG oder JPG. Der Hinweis lautet wörtlich, für beste Qualität ein quadratisches Bild mit mindestens 256 mal 256 Pixeln zu verwenden.
- Abfrageparameter: lassen sich auch auf Anzeigenebene setzen, nicht nur auf Anzeigengruppen-Ebene.
Rechts läuft eine Live-Vorschau mit, die zeigt, wie die Anzeige der Nutzerin oder dem Nutzer erscheint: Bild links, daneben Favicon, Firmenname, das Label «Anzeige», dann Titel und Beschreibung. Damit siehst du sofort, wie hart 35 Zeichen wirklich sind.
Für Onlineshops ist der Weg über den Produktfeed der schnellere. Statt jede Anzeige einzeln zu bauen, liest der Ads Manager die Produktdaten ein. Wie gut das in der Praxis funktioniert, hängt wie überall an der Qualität des Feeds. Ein Feed, der bei Google Shopping Probleme macht, macht sie auch hier.
Der Standardweg ist ein KI-Assistent
Im letzten Schritt erscheint die Kampagnenzusammenfassung, und die trägt ein Etikett: «KI-generiert». Daneben steht ein Button «Von Grund auf erstellen».

Das ist mehr als ein Detail. OpenAI setzt den assistierten Aufbau als Standard und den manuellen Aufbau als Alternative. Wer nichts tut, bekommt eine Kampagne, die das System vorschlägt. Das ist bequem und für kleine Werbetreibende vermutlich sinnvoll. Es heisst aber auch, dass du bewusst hinschauen musst, wenn du selbst entscheiden willst.
Was aus Agentursicht noch fehlt
Wir betreuen als Google Premier Partner (Top 3 % CH) seit 2013 Werbekonten für KMU. Aus dieser Perspektive fällt weniger auf, was der Ads Manager kann, als was er noch nicht kann. Vier Punkte, die wir im Konto nicht gefunden haben und die darüber entscheiden, ob sich der Kanal professionell steuern lässt.
Keine Ausschlüsse auf Themenebene
Standorte kannst du ausschliessen, Gesprächsthemen nicht. Du kannst also nicht festlegen, in welchem inhaltlichen Umfeld deine Marke nicht erscheinen soll. Bei Microsoft Copilot wirken immerhin die gewohnten Ausschlusslisten. Hier gibt es dieses Instrument nicht, und für markenbewusste Unternehmen ist das der grösste offene Punkt.
Keine wertbasierte Steuerung
Zwei Gebotsstrategien, beide ohne Zielwert. Es gibt keine Vorgabe für einen Preis pro Anfrage und keine für einen Ertrag pro investiertem Franken. Für einen Shop mit unterschiedlichen Margen heisst das: Das System optimiert auf Menge, nicht auf Wert. Genau diese Umstellung war bei Google einer der grössten Hebel der letzten Jahre.
Kein Rückkanal aus der Ausspielung
Bisher haben wir noch keine Daten zur Ausspielung, das kann aber auch daran liegen, dass die Kampagnen ganz frisch sind. Wir sind gespannt auf die Daten.
Kein Werbezeitplaner
Plattformen lassen sich an- und abwählen, Tageszeiten und Wochentage nicht. Für einen Dienstleister, der nur werktags Anfragen bearbeiten kann, ist das ein echter Nachteil.
Fair bleiben: Das Produkt trägt den Zusatz «Beta» und ist wenige Monate alt. Google Ads hat für diese Funktionen zwanzig Jahre gebraucht. Der Änderungsverlauf und die Nutzerverwaltung über mehrere Konten, die wir im ersten Durchgang noch vermisst haben, sind inzwischen da. Wir zählen die offenen Punkte nicht auf, um zu meckern, sondern weil sie erklären, warum ein erster Test in diesem Kanal ein Test bleibt und keine Umschichtung deiner laufenden Investition rechtfertigt.
Zwei verbreitete Angaben, die nicht zutreffen
Beim Abgleich mit dem, was aktuell über ChatGPT Ads geschrieben wird, sind uns zwei Punkte aufgefallen.
1. Eigene Zielgruppenlisten gibt es für die Schweiz nicht
Sie werden regelmässig als verfügbare Ausrichtungs-Option aufgezählt, teils gestützt auf OpenAIs eigene Europa-Ankündigung. Für Kampagnen mit Zielregionen in der Schweiz oder im EWR sind sie ausdrücklich nicht unterstützt. Daran hat auch die Freischaltung nichts geändert.
2. Standort-Ausschlüsse werden fast nie erwähnt
Die meisten Übersichten beschreiben ChatGPT Ads als Kanal ohne jede Ausschluss-Möglichkeit. Für Themen und Gespräche stimmt das, für Standorte nicht. Das Feld ist da und funktioniert.
Was ein KMU daraus mitnimmt
- Der Einstieg geht schneller, als du denkst. Logo und Abrechnung hinterlegen, Verifizierung über die UID, bei uns beide Male nach ein bis zwei Stunden erledigt. Wer am Morgen anfängt, kann am Nachmittag starten.
- Erledige Logo und Abrechnung zuerst. Kampagnen lassen sich zwar vorher aufbauen, ausgeliefert wird aber nichts, solange der rote Balken im Konto steht.
- Plane ohne Zielgruppendaten. In der Schweiz entscheidet die Passung zwischen Gesprächsmoment, Anzeigentext und Landingpage. Sonst nichts.
- Setze Pixel und Conversions API parallel auf. Beides steht zur Verfügung, die serverseitige Übergabe ist genauer, und zusammen bekommst du das vollständigere Bild. Die doppelten Messungen bereinigst du danach.
- Shops starten über den Produktfeed. Das ist der schnellste Weg in den Kanal, vorausgesetzt, der Feed ist sauber.
- Übe dich in kurzen Titeln. 35 Zeichen sind das realistische Mass, nicht 50. Das ist deutlich weniger Platz als in einer Google-Suchanzeige.
Und die ehrliche Einordnung zum Schluss: Dass du jetzt buchen kannst, heisst nicht, dass du es musst. Ein Testbudget in einem neuen Kanal kauft dir zuerst Wissen und erst danach Umsatz. Wenn du dafür Geld aus einer funktionierenden Suchkampagne abziehst, bezahlst du dieses Wissen doppelt. Und wenn dein Tracking wackelt, schliess zuerst diese Lücke, sonst investierst du blind.
Wir aktualisieren diesen Beitrag, sobald sich im Konto etwas ändert.
Willst du wissen, ob der Kanal zu dir passt?
In unserem Gratis-Konto-Check schauen wir uns dein bestehendes Werbekonto an und sagen dir dabei auch, ob ChatGPT Ads für dein Geschäft überhaupt ein Thema ist, wie es um dein Conversion-Tracking steht und was dein Produktfeed hergibt. Wenn der Kanal in deinem Fall nichts bringt, hörst du das von uns.
cloudWEB ist eine eigentümer-geführte Marketing-Boutique aus Winterthur, sehr gut bewertet bei ProvenExpert & Google. Verantwortlich für die Inhalte: Thomas Hasenfratz (Inhaber und SEO-Spezialist) und Martina Bernet (Performance und Tracking).
Häufige Fragen zum ChatGPT Ads Manager
Kann ich als Schweizer Unternehmen ein Konto im ChatGPT Ads Manager eröffnen?
Ja. Der Ads Manager steht neu auch Unternehmen mit Sitz in der Schweiz offen. Zuvor war die Selbstregistrierung auf einige wenige Länder beschränkt, und massgeblich war der Firmensitz, nicht das Zielland der Kampagne.
Wie läuft die Verifizierung ab und wie lange dauert sie?
Zuerst müssen Logo und Abrechnung im Konto hinterlegt sein, danach läuft die Verifizierung über die UID, also die schweizerische Unternehmens-Identifikationsnummer. Dokumente musst du keine hochladen. Bei unseren beiden Konten war die Verifizierung nach ein bis zwei Stunden abgeschlossen. Eine offizielle Frist nennt OpenAI nicht.
Warum sehe ich in der Schweiz keine Werbung in ChatGPT?
Dafür gibt es mehrere mögliche Gründe. Die Ausspielung erfolgt schrittweise, die Anzeigen sind also nicht ab dem ersten Tag bei allen Nutzerinnen und Nutzern zu sehen. Zudem bleiben Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu werbefrei, ebenso temporäre Chats und sensible Themen wie Gesundheit oder Politik.
Kann ich die Schweiz als Zielregion auswählen?
Ja, und sogar einzelne Kantone. Das Standortfeld schlägt beim Tippen sowohl die Schweiz als Land als auch die Kantone als Regionen vor. Zusätzlich lassen sich Standorte gezielt ausschliessen.
Welche Kampagnenziele gibt es?
Drei: Reichweite, Klicks und Conversions. Für das Ziel Conversions muss vorher ein Conversion-Tracking eingerichtet sein, sonst hat die Optimierung keine Grundlage.
Wie messe ich Conversions aus ChatGPT?
Es stehen zwei Wege zur Verfügung: der Pixel, also ein Skript auf deiner Website, und die Conversions API, bei der die Daten serverseitig übergeben werden. Wir empfehlen beide Wege parallel und bereinigen anschliessend die doppelten Messungen. Zusätzlich bleiben UTM-Parameter an der Ziel-URL erhalten und lassen sich in GA4 auswerten.
Kann ich einen Produktfeed einlesen?
Ja. Produktfeeds lassen sich im Ads Manager einlesen. Für Onlineshops ist das der schnellste Einstieg, weil nicht jede Anzeige einzeln gebaut werden muss. Die Qualität des Feeds entscheidet dabei über das Ergebnis, genau wie bei Google Shopping.
Gibt es einen Änderungsverlauf?
Ja. Der Ads Manager protokolliert Änderungen im Konto. Damit lässt sich nachvollziehen, wer wann was angepasst hat, was die Voraussetzung dafür ist, einen Leistungsabfall im Nachhinein zu erklären.
Kann eine Agentur mehrere Kundenkonten verwalten?
Ja. Du kannst mehrere Werbekonten führen, zwischen ihnen wechseln und Personen für mehrere Konten berechtigen. Was wir bisher nicht gefunden haben, sind konto-übergreifende Auswertungen, wie man sie aus dem Google-Ads-Verwaltungskonto kennt.
Welche Gebotsstrategien stehen zur Verfügung?
Beim Ziel Klicks sind es zwei: «Ergebnisse maximieren», bei dem das System das Gebot automatisch anpasst, und «Manuell: Max. CPC», also ein selbst gesetztes Maximalgebot pro Klick.
Wie funktioniert die Ausrichtung ohne Keywords?
Über sogenannte Kontexthinweise auf Ebene der Anzeigengruppe. Das ist ein freies Textfeld, in dem du Gespräche, Themen oder Keywords beschreibst, bei denen dein Angebot relevant sein könnte. Das Feld ist optional, und OpenAI hält ausdrücklich fest, dass es sich nicht um Regeln für exakte Übereinstimmungen handelt.
Kann ich in der Schweiz eigene Zielgruppenlisten hochladen?
Nein, auch nach der Freischaltung nicht. Sobald die Schweiz oder eine Region im EWR als Ziel gesetzt ist, blendet das Formular den Hinweis ein, dass benutzerdefinierte Zielgruppen nicht unterstützt werden, weil dort noch keine personalisierten Anzeigen verfügbar sind.
Wie gross muss das Anzeigenbild sein?
Der Ads Manager akzeptiert PNG und JPG und empfiehlt für beste Qualität ein quadratisches Bild mit mindestens 256 mal 256 Pixeln. Das ist eine Mindestgrösse, keine feste Vorgabe.
Wie viele Zeichen habe ich für Titel und Beschreibung?
Der Titel erlaubt bis zu 50 Zeichen, die Beschreibung bis zu 100. Praktisch relevanter ist die Warnung des Systems: Schon ab rund 35 Zeichen im Titel weist es darauf hin, dass der Text in einigen Platzierungen abgeschnitten werden könnte.
Kann ich die Ausspielung auf bestimmte Geräte beschränken?
Ja. Unter «Geeignete Plattformen» lassen sich iOS-App, Android-App und Web einzeln aktivieren oder abwählen. Standardmässig sind alle drei aktiv.
Wie funktioniert das Tagesbudget?
Eingestellt wird ein durchschnittliches Tagesbudget in US-Dollar. An einzelnen Tagen kann bis zum Doppelten ausgegeben werden, über sieben Tage aber höchstens das Siebenfache des eingestellten Betrags. Dieselbe Logik kennt man aus Google Ads.
Kann ich Themen oder Gesprächskontexte ausschliessen?
Nein. Ausschlüsse gibt es nur für Standorte. Du kannst nicht festlegen, in welchem inhaltlichen Umfeld deine Anzeige nicht erscheinen soll. Bei Microsoft Copilot wirken dagegen die gewohnten Ausschlusslisten.





