Das Wichtigste in Kürze
- Ein Domainwechsel kostet kurzfristig Sichtbarkeit, ist bei sauberer Planung aber kein Totalverlust: kurzer Einbruch, Erholung in 4 bis 12 Wochen.
- Das Herzstück sind vollständige 301-Weiterleitungen: Top-Seiten einzeln, der Rest verzeichnisweise. Priorisierung über die Google Search Console.
- Vorher die starken URLs samt Keywords sichern, nach dem Go-Live die Adressänderung in der GSC melden und 90 Tage monitoren.
Du willst die Domain wechseln, weil du rebrandest, fusionierst oder einen alten Namen ablegen möchtest, und die grosse Sorge ist immer dieselbe: Verliere ich dadurch meine Google-Rankings und meinen Traffic? Die kurze Antwort: Ein kurzer Einbruch ist normal, ein Totalverlust ist es nicht. Wer sauber plant, erholt sich in Wochen, nicht in Monaten.
Wir bei cloudWEB begleiten seit über 15 Jahren Relaunches und Domain-Migrationen, vom Treuhänder mit 20 Seiten bis zum Industriebetrieb mit mehreren tausend URLs. Wir wissen darum, an welchen Stellen die meisten Wechsel scheitern, und an welchen sie sicher gelingen.
Du bekommst hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung: was du vor dem Wechsel an Substanz sichern musst, wie du die über Jahre aufgebaute Autorität deiner Domain mitnimmst statt sie im Umzug zu verlieren, wie du Entsprechungs-Seiten und 301-Weiterleitungen richtig aufsetzt, und wie du nach dem Go-Live siehst, ob die Erholung läuft oder ob du nachsteuern musst.
Der häufigste Fehler bei einer Migration: alle reden über die Weiterleitungen, kaum jemand über die Backlinks. Genau die tragen aber die Autorität, die du dir über Jahre verdient hast. Wer seine wichtigsten Links nicht aktiv umhängt, verschenkt sie, egal wie sauber die 301er sind.
Thomas Hasenfratz, Geschäftsführer cloudWEB
Kannst du die Domain wirklich ohne Verluste wechseln?
Sei ehrlich mit dir: deine Rankings 1:1 von alt auf neu zu übertragen, geht nicht. Sobald sich die Domain ändert, ändert sich für Google jede URL deiner Website, und jede Seite wird neu gecrawlt, neu bewertet und neu indexiert. Ein kurzer Traffic-Einbruch in den ersten Wochen ist deshalb normal, nicht ein Zeichen, dass etwas kaputt ist.
Das realistische Ziel ist nicht „kein Verlust», sondern „kurzer Einbruch, schnelle Erholung». Wer sauber arbeitet, ist nach vier bis zwölf Wochen wieder auf altem Niveau, oft sogar darüber, weil ein Rebranding fast immer mit einer besseren Seitenstruktur und neuen Inhalten kommt. Wer schlampig arbeitet, verliert dauerhaft, weil Backlinks ins Leere zeigen und Google die neuen URLs nicht zuordnet.
Die nächsten Abschnitte sind die Reihenfolge, in der wir bei cloudWEB einen Domainwechsel angehen. Den offiziellen technischen Rahmen dazu liefert Googles Anleitung zum Website-Umzug. Die ersten Schritte erledigst du vor dem Go-Live, die letzten nach dem Launch.

Der eigentliche Wert deiner Domain: ihre Autorität
Der eigentliche Wert deiner Website steckt nicht in den Dateien, die der Umzug verschiebt. Er steckt in etwas Unsichtbarem: dem Vertrauen, das deine Domain sich über Jahre bei Google erarbeitet hat. In der Branche misst man das mit Kennzahlen wie der Domain Authority (von Moz) oder dem Domain Rating (von Ahrefs), Werten von 0 bis 100. Das Domain Rating bildet vor allem die Stärke deines Backlink-Profils ab, die Domain Authority Mozs Gesamtschätzung deiner Ranking-Chance, beide immer relativ zur Konkurrenz.
Eine Sache vorweg, damit du diese Werte richtig einordnest: Es sind Schätzungen von Drittanbietern, kein offizieller Wert, den Google in seinem Ranking benutzt. Google selbst bestätigt keinen einzelnen „Domain-Autoritäts»-Score. Aber das Konzept dahinter ist real und genau das, worum es beim Wechsel geht. Was diese Kennzahlen abzubilden versuchen, ist die Summe deiner Vertrauenssignale: wie viele und welche Websites auf dich verlinken, wie alt deine Domain ist, wie etabliert deine Marke wirkt, welche Historie sie hat.
Und hier liegt der Kern des Risikos: Diese Autorität hängt an deiner alten Domain. Eine frisch registrierte Domain startet bei null, kein Alter, keine Backlinks, keine Historie. Anders liegt der Fall nur, wenn du auf eine bereits bestehende, gealterte Domain wechselst, etwa bei einer Fusion auf die Domain des Partners: die bringt eigene Autorität und ein eigenes Backlink-Profil mit, das du dazurechnen und ebenfalls auf Altlasten prüfen solltest. In den meisten Fällen aber transferierst du beim Wechsel nicht nur Inhalte und URLs, sondern verdientes Vertrauen, das du nicht einfach kopieren kannst. Das einzige Vehikel, das dieses Vertrauen von alt nach neu trägt, sind saubere 301-Weiterleitungen, kombiniert mit den Backlinks, die du aktiv mitnimmst. Schludert du hier, fängt deine neue Domain bei der Autorität fast von vorne an, egal wie gut die Inhalte sind.
Darum drehen sich die wichtigsten Schritte weiter unten, die Weiterleitungen, das aktive Umhängen der Backlinks und die internen Links, nicht um Technik allein. Sie entscheiden, wie viel von dieser über Jahre aufgebauten Autorität auf der neuen Domain ankommt.
Schritt 1: Bestandsaufnahme der starken Seiten
Bevor du irgendetwas am neuen Auftritt baust, brauchst du eine Liste der Seiten, die dir heute organischen Traffic bringen. Das sind die Seiten, die du auf der neuen Domain unbedingt brauchst.
Die saubere Quelle dafür ist deine Google Search Console (GSC) auf der alten Domain. Geh in den Bericht Leistung und öffne den Reiter Seiten. Filtere auf die letzten 12 Monate. Du siehst jetzt jede URL, die Klicks aus der Google-Suche bekommen hat, und kannst nach Klicks und Impressionen sortieren.
Parallel dazu prüfst du in Google Analytics 4 unter Berichte > Akquisition > Traffic-Akquisition die organischen Landingpages: welche URLs ziehen Besucher an, und was machen die Besucher dort? Eine Seite mit vielen Klicks, aber sofortigem Absprung, ist weniger wertvoll als eine mit weniger Klicks, dafür echten Anfragen.
Am Ende dieses Schritts hast du eine priorisierte Liste, oft 20 bis 50 URLs, die deinen organischen Traffic tragen. Genau diese Seiten brauchen auf der neuen Domain eine 1:1-Entsprechung. Alles andere ist Bonus.
Schritt 2: Keyword-Relevanz pro Seite sichern
Für jede Seite aus deiner Top-Liste musst du jetzt wissen: für welche Suchanfragen rankt sie überhaupt? Sonst schreibst du die Inhalte neu und merkst erst Wochen später, dass die wichtigen Begriffe rausgefallen sind.
Auch das geht ohne kostenpflichtiges Tool, direkt in der GSC: klick im Reiter Seiten auf eine URL, wechsle dann auf den Reiter Suchanfragen. Du siehst alle Begriffe, für die diese Seite Klicks und Impressionen bekommt. Das ist die echte Wahrheit, nicht eine Schätzung eines Drittanbieters.
Notiere dir pro wichtiger URL den primären Suchbegriff (der mit den meisten Klicks) und zwei bis fünf sekundäre Begriffe. Wenn die Seite auf der neuen Domain neu geschrieben wird, gelten drei Regeln:
- Der primäre Suchbegriff steht im Titel, in der H1 und im Fliesstext.
- Die sekundären Begriffe tauchen sinngemäss im Text auf, nicht als Liste.
- Die Wortzahl der neuen Seite ist nicht deutlich kürzer als die der alten.
Wenn deine neue Markenbotschaft mit dem alten Keyword-Fokus kollidiert, triff die Entscheidung bewusst: die Botschaft hat Vorrang, aber dokumentiere, was du dafür an Ranking aufgibst. Erwarte dann auch keinen Traffic, der vorher daran hing.
Schritt 3: Entsprechungs-Seiten auf der neuen Domain
Jetzt baust du die neue Website so, dass jede wichtige alte URL eine logische neue Entsprechung hat. Das ist der unsichtbare Teil, der über Erfolg oder Misserfolg entscheidet.
- Hatte die alte Domain eine starke Seite zu „WordPress Wartung»? Dann braucht die neue Domain eine ebenso starke Seite zu demselben Thema, idealerweise unter einer sprechenden URL wie
/wordpress-wartung/. - Hatte die alte Domain einen rankenden Blogartikel? Dann zieht der Artikel mit auf die neue Domain, mit aktualisierten Inhalten, aber gleicher inhaltlicher Schwerpunktsetzung.
- Fällt eine Seite ersatzlos weg, brauchst du später ein passendes Weiterleitungsziel (Schritt 5).
Wenn der Wechsel der Domain mit einem grösseren Relaunch zusammenfällt, lohnt sich ein Blick in unsere Webentwicklung, denn die Struktur der neuen Seite entscheidet später über die Migrationsqualität.
Schritt 4: Eine Info-Seite zum Rebranding
Sobald die neue Domain live ist, sucht ein Teil deiner Kundschaft den alten Namen weiter bei Google. Wenn sie auf die neue Marke stossen, ohne Erklärung, wirkt das verdächtig.
Bau darum eine kurze, klare Seite zum Markenwechsel auf der neuen Domain. Inhalt: Wer ihr früher wart, warum ihr jetzt anders heisst, was gleich bleibt, wer die Ansprechpartner sind. Optimiere Titel und Meta-Beschreibung gezielt auf den alten Markennamen. Wer also nach „von ALT zu NEU» sucht, landet auf dieser Seite und versteht in zehn Sekunden, was passiert ist.
Diese Seite ist kein Marketing-Stunt, sondern Vertrauensarbeit. Sie fängt navigationsorientierte Suchanfragen auf und reduziert das „Habe ich die richtige Firma?»-Gefühl deiner Stammkundschaft.
Schritt 5: 301-Weiterleitungen, die drei Ansätze
Weiterleitungen sind das Herzstück des Domainwechsels. Sie sagen Google: „Diese alte URL ist jetzt hier.» Sie geben den Wert von Backlinks weiter, die auf die alte Domain zeigen. Ohne saubere Weiterleitungen sind diese Links wertlos, und ein Teil deiner SEO-Substanz verpufft.
Es gibt drei realistische Ansätze, mit unterschiedlichem Aufwand und unterschiedlicher Qualität:
- Schlecht, aber einfach: alles auf die Homepage umleiten. Eine pauschale Regel leitet jede alte URL auf die neue Startseite. Schnell gemacht, aber Google bewertet das als Massenweiterleitung und ignoriert die meiste Link-Power. Verwende das höchstens für Domains, die kaum SEO-Substanz hatten.
- Besser: Verzeichnisweise umleiten. Du leitest
/produkte/*auf die neue Produktübersicht,/blog/*auf den neuen Blog. Das ist schnell umgesetzt und rettet zumindest die thematische Zuordnung. - Am besten: jede wichtige URL einzeln umleiten. Du mappst jede Seite aus deiner Top-Liste (Schritt 1) auf ihre konkrete neue Entsprechung. Das ist Arbeit, aber genau hier holst du den Grossteil deiner Rankings und Backlinks rüber.
Unsere Empfehlung in fast jedem Projekt: für die Top-Seiten Einzelweiterleitungen, für den Rest verzeichnisweise. Welche Seiten in welche Kategorie fallen, entscheidet die Frage: hat diese URL Rankings oder eingehende Links?
Ein Punkt, der oft falsch verstanden wird: Google sagt offiziell, dass eine 301-Weiterleitung keinen Linkwert verliert. In der Praxis kommt der volle Wert aber nur an, wenn die alte URL auf eine inhaltlich gleichwertige neue Seite zeigt. Leitest du stattdessen auf eine grob unpassende Seite oder pauschal auf die Startseite, behandelt Google das wie einen Soft-404, und der Wert verpufft trotzdem.
Genauso wichtig ist die Sauberkeit der Kette: jede Weiterleitung führt in einem einzigen Hop direkt auf die finale neue URL, niemals über Umwege. Solche Ketten entstehen meist nicht absichtlich, sondern weil sich alte Weiterleitungen stapeln: ein früherer Redirect von http auf https, eine alte Slug-Änderung, www auf non-www, und obendrauf jetzt die neue Domain. Prüf darum pro Top-URL die komplette Kette mit einem Redirect-Checker oder im Netzwerk-Tab des Browsers, und schreib die alte Regel so um, dass sie direkt auf die finale neue URL zeigt, statt die alte Kette zu verlängern. Jeder zusätzliche Hop kostet Crawl-Effizienz und erhöht das Risiko, dass Google das Ziel gar nicht sauber bewertet.
Welche deiner Seiten überhaupt extern verlinkt sind, siehst du in der GSC unter Links > Top-verlinkte Seiten. Sortiere nach Anzahl verlinkender Domains, nicht nach Gesamtzahl der Links: zehn Backlinks von zehn verschiedenen Websites sind wertvoller als hundert vom gleichen Forum. Jede URL aus dieser Liste verdient eine Einzelweiterleitung, und sie ist gleichzeitig die Grundlage für den nächsten Schritt.
Technisch werden die 301er entweder direkt auf dem Webserver (htaccess, Nginx-Config) oder auf Hosting-Ebene eingerichtet. Wir kümmern uns darum im Rahmen unseres WordPress Hosting, damit beim Server-Umzug nichts verloren geht.
Schritt 6: Backlinks aktiv umhängen, nicht nur weiterleiten
Die 301-Weiterleitung ist die Pflicht. Der Schritt, der über eine durchschnittliche und eine exzellente Migration entscheidet, ist die Kür: deine wichtigsten Backlinks direkt auf die neue Domain umzuhängen. Ein Link, der von Anfang an auf die neue Adresse zeigt, spart Google den Umweg über die Weiterleitung: kürzerer, eindeutigerer Pfad, kein Soft-404-Risiko. Vor allem aber machst du dich damit unabhängig davon, dass die alte Domain und ihre Weiterleitungen ewig bestehen müssen. Der über die 301 durchgereichte Link lebt nur, solange die Weiterleitung lebt. Der umgehängte Link gehört dir.
Das Vorgehen in drei Schritten:
- Die wertvollsten verweisenden Domains finden. In der GSC im Bericht Links unter Externe Links > Top-verweisende Websites siehst du, welche fremden Domains auf dich verlinken. Sortiere nach Anzahl, bewerte aber nach Qualität: ein Link vom Branchenverband, von einem Lieferanten oder einem lokalen Medium wiegt schwerer als zwanzig aus einem Forum. Wer es genau nehmen will, prüft die Autorität jeder verweisenden Domain zusätzlich mit einem Backlink-Tool wie Ahrefs.
- Die Top-Liste eng halten. Du wirst nicht hundert Webmaster anschreiben. Konzentrier dich auf die zehn bis zwanzig stärksten und relevantesten Quellen. Genau dort sitzt der Grossteil deiner übertragbaren Autorität, der Rest läuft über die 301er mit.
- Freundlich um die Aktualisierung bitten. Schreib die Betreiber an, nenn den alten und den neuen Link, und bitte um die Anpassung. Viele machen das ohne Murren, gerade Partner, Verzeichnisse und Verbände. Jeder umgehängte Link ist Autorität, die ohne Umweg auf der neuen Domain ankommt.
Der Wechsel ist auch ein guter Moment für den Blick nach unten: Hat die alte Domain ein Altlast-Profil aus gekauften oder Spam-Links, schleppst du es per 301 mit. In den allermeisten Fällen ist das kein Thema, weil Google solche Links von sich aus ignoriert. Nur wenn nachweislich manipuliert wurde, etwa gekaufte Links oder ein früheres Penalty, lohnt sich ein Disavow-File vor dem Umzug, statt die Negativsignale mitzunehmen.
Und ein Punkt, den fast alle unterschätzen: Lass die alte Domain nicht sofort auslaufen. Die Backlinks, die du nicht umhängen konntest, leben einzig über die Weiterleitung weiter, und nur, solange die alte Domain registriert ist und die 301er aktiv sind. Google selbst empfiehlt, die Weiterleitungen nach einem Umzug mindestens rund ein Jahr aktiv zu lassen. Wir empfehlen dauerhaft, solange überhaupt noch externe Links auf die alte Domain zeigen. Gibst du die Domain frei oder kappst die Redirects, ist die darüber transportierte Autorität endgültig verloren, samt den Rankings, die daran hingen.
Schritt 7: Interne Links direkt auf die neuen URLs setzen
Backlinks bringen Autorität von aussen ins Haus. Deine internen Links verteilen sie im Haus, und genau hier lassen viele Migrationen Ranking liegen, obwohl extern alles sauber ist. Beim Wechsel werden Navigation, Footer und die Links im Fliesstext auf die neue Struktur umgebaut, und dabei passieren zwei vermeidbare Fehler.
- Schreib alle internen Links auf die neuen, absoluten URLs um. Lass sie nicht über deine eigene 301 laufen. Ein interner Link, der erst über eine Weiterleitung zum Ziel findet, verschenkt Linkkraft im eigenen Haus und kostet Crawl-Effizienz. Bei internen Links hast du die volle Kontrolle, also nutze sie.
- Pass auf, dass die wichtigen Seiten genug interne Links behalten. Prüfe, dass deine Money-Pages auf der neuen Domain mindestens so viele interne Links bekommen wie vorher. Verliert eine zentrale Seite beim Umbau still ihre interne Verlinkung, verliert sie auch Sichtbarkeit, ganz ohne dass extern etwas schiefgelaufen ist.
- Crawl die neue Seite nach dem Umbau. Mit einem Tool wie Screaming Frog suchst du gezielt nach internen Links, die noch auf die alte Domain oder auf eine Weiterleitung zeigen. Jeden davon schreibst du auf die finale neue URL um.
Interne Links verteilen Autorität im Haus genauso, wie externe sie hereinbringen. Wer nur die Backlinks sauber macht und die internen Links über Weiterleitungen laufen lässt, hat die halbe Arbeit gemacht.

Schritt 8: Go-Live und die ersten 72 Stunden
Am Tag des Wechsels passieren drei Dinge gleichzeitig: die neue Domain geht live, die 301-Weiterleitungen werden aktiv, und du meldest den Wechsel in Google an.
- Beide Properties in der Google Search Console verifizieren. Sowohl die alte als auch die neue Domain. Nur so kannst du den Umzug sauber begleiten.
- Tool „Adressänderung» in der GSC nutzen. Für die alte Property unter den Einstellungen findest du die Adressänderung. Damit gibst du Google offiziell Bescheid, dass der gesamte Inhalt unter der neuen Domain weiterlebt.
- Neue Sitemap einreichen. Auf der neuen Property die XML-Sitemap der neuen Domain einreichen, damit Google die Indexierung priorisiert.
- Stichproben-Test der Weiterleitungen. Zehn bis zwanzig Top-URLs der alten Domain manuell aufrufen und prüfen, dass sie mit Statuscode 301 auf die richtige neue URL leiten, nicht auf die Homepage und nicht über mehrere Hops.
Plane den Wechsel nicht auf einen Freitagabend. Wenn nachts etwas schiefläuft, willst du am Montagmorgen reagieren können, nicht erst am Dienstag merken, dass die ganze Domain auf einen 404er zeigt.
Schritt 9: Monitoring in den ersten 90 Tagen
Nach dem Go-Live beginnt die Phase, in der du Geduld brauchst. Google braucht Wochen, um alle Seiten neu zu indexieren, und der Traffic schwankt dabei.
Was du regelmässig anschaust:
- GSC-Indexierungsbericht der neuen Property. Wie viele URLs sind indexiert? Die Zahl sollte stetig steigen, bis sie das Niveau der alten Domain erreicht.
- GSC-Bericht „Leistung» auf beiden Properties. Die alte Property zeigt fallende Klicks, die neue steigende, idealerweise spiegelbildlich.
- Top-verweisende Websites auf der neuen Property. Im Bericht Links siehst du, wie die neue Domain Backlinks aufbaut, auch die umgehängten. Eine stetig steigende Zahl verweisender Domains ist das beste Zeichen, dass die Autorität tatsächlich auf der neuen Domain ankommt.
- GA4-Landingpages. Welche neuen URLs übernehmen den organischen Traffic? Wo gibt es überraschende Lücken?
- 404er auf der neuen Domain. In der GSC unter Indexierung > Seiten siehst du jede URL, die einen Fehler zurückgibt. Jeder unerwartete 404er ist eine fehlende Weiterleitung.
Rechne mit vier bis zwölf Wochen Erholungszeit. Wenn du nach drei Monaten noch deutlich unter dem alten Niveau bist, hat etwas Strukturelles nicht funktioniert. Dann lohnt sich ein ehrlicher Blick auf die Weiterleitungs-Map, die interne Verlinkung und die Indexierung.
Was du jetzt konkret tun solltest
Ein Domainwechsel ist kein Knopfdruck, sondern ein Projekt mit klarer Reihenfolge: Bestandsaufnahme der starken Seiten, Keyword-Relevanz sichern, Entsprechungs-Seiten bauen, Info-Seite zum Rebranding, saubere 301-Weiterleitungen, die wichtigsten Backlinks aktiv umhängen, interne Links direkt auf die neuen URLs setzen, sauberer Go-Live, konsequentes Monitoring. Wer diese neun Schritte respektiert, überträgt nicht nur seine Inhalte, sondern auch die über Jahre aufgebaute Autorität, und übersteht den Wechsel mit kurzem Einbruch und schneller Erholung. Wer Schritte überspringt, verliert dauerhaft Sichtbarkeit, die er jahrelang aufgebaut hat.
Wir bei cloudWEB führen diese Migrationen regelmässig durch, technisch wie inhaltlich. Wie wir grössere WordPress-Projekte begleiten, zeigt unsere Seite zur WordPress Agentur.
Direkt eine Einschätzung holen? Sag uns kurz, von welcher Domain auf welche du wechseln willst und wann der Go-Live geplant ist. Du bekommst eine ehrliche Einschätzung des Risikos und eine Empfehlung, welche der drei Weiterleitungs-Strategien für dein Projekt richtig ist und welche Backlinks sich umzuhängen lohnen.
Häufige Fragen zum Domainwechsel
Verliere ich meine Google-Rankings durch den Domainwechsel?
Nicht dauerhaft, wenn du sauber arbeitest. Kurzfristig ist ein Einbruch normal, weil Google jede URL neu crawlen und bewerten muss. Mit einer vollständigen 301-Weiterleitungs-Map, gleichwertigen Entsprechungs-Seiten und einer offiziellen Adressänderung in der Search Console bist du in der Regel nach vier bis zwölf Wochen wieder auf dem alten Niveau.
Verliere ich meine Domain-Autorität beim Wechsel?
Nicht, wenn du sie aktiv mitnimmst. „Domain Authority» (Moz) oder „Domain Rating» (Ahrefs), die gängigen Kennzahlen, sind Schätzungen von Tools, kein offizieller Google-Wert, aber sie bilden ein echtes Konzept ab: das über Jahre angesammelte Vertrauen deiner Domain aus Backlinks, Alter und Historie. Dieses Vertrauen hängt an der alten Domain. Mit sauberen 301-Weiterleitungen, dem aktiven Umhängen deiner wichtigsten Backlinks und intern direkt gesetzten Links überträgst du den Grossteil davon auf die neue Domain. Eine frisch registrierte Domain ohne diese Übertragung startet dagegen bei null.
Wie lange dauert die Erholung nach einem Domainwechsel?
Realistisch sind vier bis zwölf Wochen, bis sich Indexierung und Traffic stabilisieren. In den ersten zwei bis drei Wochen schwankt der Traffic stark, danach steigt die Kurve typischerweise zurück. Wenn du nach drei Monaten noch deutlich unter dem alten Niveau bist, steckt meistens ein technisches Problem dahinter: fehlende Weiterleitungen, zu viele Hops oder Indexierungsfehler.
Brauche ich 301-Weiterleitungen für jede einzelne Seite?
Für die Seiten mit Rankings oder Backlinks: ja, einzeln. Für den langen Schwanz aus URLs ohne SEO-Substanz reichen verzeichnisweise Regeln. Die Faustregel: jede URL, die in der Google Search Console unter „Leistung > Seiten» oder unter „Links > Top-verlinkte Seiten» auftaucht, verdient eine gezielte Einzelweiterleitung auf die passende neue Seite.
Was passiert mit Backlinks, die auf die alte Domain zeigen?
Mit korrekten 301-Weiterleitungen behalten sie ihren Wert grösstenteils. Das volle Signal sicherst du dir aber erst, wenn du die wichtigsten verweisenden Domains aktiv anschreibst und bittest, ihren Link direkt auf die neue Domain zu setzen (siehe Schritt 6). Ohne Weiterleitung und ohne Umhängen führen die Links ins Leere und sind wertlos.
Soll ich den Domainwechsel selbst machen oder eine Agentur beauftragen?
Wenn du eine reine Visitenkarten-Website mit wenigen Seiten und kaum Backlinks hast, ist ein sauberer Wechsel mit einem WordPress-Plugin und etwas Konzentration machbar. Sobald deine alte Domain organischen Traffic, Backlinks oder mehrere Dutzend wichtige URLs hat, ist das Risiko hoch genug, dass sich Erfahrung auszahlt. Ein verpatzter Domainwechsel kann ein Jahr Sichtbarkeitsaufbau kosten, eine begleitete Migration dauert ein paar Wochen.




